Review: Cells at Work! Vol. 1 [Blu-ray]

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©Akane Shimizu/KODANSHA,Aniplex,davidproduction

Viele erinnern sich an die Trickfilmserie „Es war einmal das Leben“, in der man kindgerecht erklärt bekommen hat, was im eigenen Körper stattfindet. Die einzelnen Zellen, Antikörper und Krankheitserreger wurden als Personen und Lebewesen dargestellt, mit eigener Persönlichkeit. Peppermint anime hat nun das erste Volume von „Cells at Work!“ auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, in dem es thematisch um das Gleiche geht. Wie uns der Anfang dieser Animeserie gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Angriff auf die Lunge

Der menschliche Körper ist ein kleines Wunderwerk. Billionen von unterschiedlichen Zellen steuern alle Prozesse, die zum Leben notwendig sind. „Cells at Work!“ stellt dabei ein weiblich dargestelltes rotes Blutkörperchen in den Vordergrund, das sich noch nicht so gut auskennt und die Lunge sucht, um Sauerstoff dorthin zu transportieren. Dabei verläuft sie sich jedoch und landet in Niere, Milz und Co. anstatt in der Lunge. Irgendwann öffnet sie versehentlich die falsche Tür und ertappt ein Bakterium, eine „Pneumokokke“, dabei, sich eine Karte des Körpers anzugucken. Sofort greift der Keim das Blutkörperchen an. Sie wird jedoch von einem Leukozyten, einem weißen Blutkörperchen, gerettet und der Keim verschwindet. Zusammen machen sie sich nun auf den Weg zur Lunge. Dort stellt sich heraus, dass sich der Krankheitserreger in dem Päckchen versteckt hat, das das rote Blutkörperchen abliefern wollte. Doch das weiße Blutkörperchen schafft es, den Keim mit einem kleinen Trick endgültig zu besiegen. Der Friede währt aber nicht lang, denn schon kurz darauf gibt es eine Explosion in der Stadt und ein riesiges Loch ziert den Stadtkern.

Eindringlinge und Zombies

Dieses Loch ist eine Kratzwunde und öffnet die Pforte für viele Krankheitserreger wie Pseudomonaden, Pneumokokken und die Anführerin, Staphylococcus. Zusammen greifen sie unvermittelt an, um die Leukozyten zu besiegen, bevor die stärkeren T-Zellen auftauchen, die Elitetruppe der Immunabwehr. Dabei treffen sich auch das rote Blutkörperchen und das weiße Blutkörperchen aus dem Pneumokokkenvorfall wieder. In einem harten Kampf können sie mit den Eindringlingen mithalten, jedoch kommt durch die Wunde immer neuer Nachschub, bis die süßen kleinen Blutplättchen das Loch versiegeln. Ohne Verstärkung kann auch Staphylococcus bezwungen werden. Doch es bleibt wieder wenig Zeit zum Ausruhen, denn eine zombieähnliche Armee streift durch die Straßen: Influenza. Die Grippeviren infizieren normale Zellen und vermehren sich dadurch. Durch die schiere Anzahl haben selbst die T-Killerzellen Probleme, der Lage Herr zu werden. Erst als sich die feige naive T-Zelle aus dem Staub macht und von einer dendritischen Zelle erinnert wird, dass auch die Elitetruppe mal als Feiglinge anfingen, kann die naive T-Zelle sich aktivieren und teilen und kehrt als muskulöse Schlägertruppe zurück, die den Viren zeigt, dass man sich nicht mit ihnen anlegen sollte.

©Akane Shimizu/KODANSHA,Aniplex,davidproduction

Nicht nur Bakterien und Viren sind gefährlich

Nachdem die Kämpfe gegen unterschiedliche Bakterien und Viren erfolgreich überstanden wurden, bahnt sich neuer Ärger an: Eine Lebensmittelvergiftung. Bakterien der Gattung Vibrio stiften dabei Unfrieden, doch der Leukozyt kann sie besiegen. Eine neue Bekanntschaft von ihm, ein Mädchen, das ein eosinophiler Granulozyt ist, kämpft dabei mit, war aber zu schwach, um den Vibrionen was entgegen zu setzen, was sehr an ihrem Selbstbewusstsein nagt. Als dann jedoch ein Heringswurm, ein riesiger Parasit, angreift, zeigt sie ihre wahre Bestimmung und kann ihn besiegen zum Erstaunen aller Zellen, die sich vorher über sie lustig gemacht haben. Einige Zeit nach diesem Vorfall treffen sich dann wieder der Leukozyt und das rote Blutkörperchen. Ihr Wiedersehen wird jedoch jäh von einem Zederpollenallergen gestört. Der Leukozyt kann es spielend leicht besiegen, als jedoch eine Gedächtniszelle auftaucht und das sieht, sagt diese eine grausame Apokalypse voraus. Was hat es mit dieser Katastrophe auf sich und kann sie abgewendet werden? Das wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Dazu schaut am besten selbst das erste Volume von „Cells at Work!“.

Bild und Animationen

Der Anime ist im 16:9 Standardformat gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Animationen sind gut gelungen und es fielen keine Bildfehler negativ ins Auge. Das Bild ist jederzeit scharf und die Charaktere präzise und gut animiert. Nur in wenigen Szenen werden einfachere Animationen als stilistisches Mittel verwendet, was aber keinesfalls störend wirkt. Vorallem das Design der unterschiedlichen Keime ist gut gelungen und passt sich gut ins Konzept ein. Die Farben der einzelnen Protagonisten und Antagonisten wurden gut gewählt und oft eher hell gehalten. So sind weiße Blutkörperchen kreidebleich, rote Blutkörperchen natürlich rot, der Keim Pseudomonas grün (was passend ist, da er auch als Erreger des blaugrünen Eiters bekannt ist).

Ton und Synchronisation

Wie in den meisten Anime ist wieder sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur verfügbar (DTS HD MA) – wahlweise mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen. Keine Stimme fiel beim ersten Hören negativ auf und die unterschiedlichen Stimmungen der Charaktere konnten gut wiedergegeben werden. Kritikpunkte bei der deutschen Synchronisation fielen nur bei der wissenschaftlich falschen Betitelung von Keimen auf. Wörter wie „die Bakterie“ oder „die Vire“ werden oft genannt, müssten aber „das Bakterium“ bzw. „das Virus“ heißen. Da ansonsten die wissenschaftlichen Erklärungen ganz gut und detailliert sind, fällt das etwas heraus.

Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits kennt: Die physische Umsetzung des Produkts ist natürlich wieder kein wertungsrelevanter Punkt unserer Kritik, soll euch aber ein Bild vom dem vermitteln, was ihr als Käufer erwarten könnt. Die folgende Beschreibung und die Bilder beziehen sich dabei auf die Blu-Ray-Version von „Cells at Work!“ Volume 1.

Der Anime kommt in einem Mediabook mit DVD und Blu-ray daher. Zwischen DVD und Blu-ray sind einige Seiten Erklärungen und Illustrationen zu den einzelnen Zellen und Krankheitserregern. Als Illustrationsmotiv wurden das rote und das weiße Blutkörperchen gewählt, die als Hauptfiguren agieren. Das FSK-Logo ist nur auf den Discs und nicht auf dem Mediabook zu sehen.

Auf weitere physische Extras hat man verzichtet. Als digitale Extras sind die Credits, Clean Opening und Ending sowie einige weitere Trailer zu anderen Veröffentlichungen von peppermint anime enthalten.

Fazit

„Cells at Work!“ ist ein schöner Anime, um den menschlichen Körper mit seinen einzelnen Zelltypen in lustiger und abstrakter Weise kennen zu lernen. Die Charaktere schließt man schnell ins Herz und sie zeigen gut ihre Stärken und Schwächen im menschlichen Körper. Einzig die Vorhersehbarkeit trübt die Story minimal, da meist die Zelle, die am Anfang noch unnütz und schwach erscheint, am Ende den jeweiligen Episodenfeind besiegen kann. Die Animationen sind gelungen und die Synchronstimmen passen gut zu den jeweiligen Charakteren. Gesamthaft eine sehenswerte Serie, die Lust auf die Folgevolumes macht.

Review: Cells at Work! Vol. 1 [Blu-ray]
8 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung7.5
Animation8.5
Synchronisation8
Unterhaltung8
Allgemeine Daten

Erscheinungstermin:  25. Mai 2020

Publisher:  peppermint anime

Genre: Fantasy

Laufzeit: 125 min.

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 5.1 Deutsch und DTS HD MA 2.0 Japanisch

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Handlung

Dies ist eine Geschichte über dich! Genau genommen über deinen Körper und die vielen fleißigen Zellen, die sich jeden Tag ins Zeug legen, um dich gesund zu halten! Ob Sauerstoff transportieren, Viren und Bakterien ausmerzen, oder Wunden verschließen, jede Zelle hat ihre Aufgabe, die sie gewissenhaft ausführt. Auch Erythrozyt AE-3803 ist mit Feuereifer dabei! Doch weil sie noch ganz neu ist, verläuft sie sich ständig. Auf ihren (Irr-)Wegen trifft sie auf Leukozyt U-1146, der sie gleich mal vor fiesen Pneumokokken beschützen muss. Bald jedoch erwarten sie noch härtere Gegner: Wie werden die vielen Zellen wohl mit Zedernpollenallergenen oder einer Lebensmittelvergiftung fertig werden?


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