©Kumanano/SHUFU TO SEIKATSU SHA/Kuma Kuma Kuma Bear Project
- Anzeige -

Unter dem Motto „fluffigster Isekai aller Zeiten“ vermarktet der Publisher peppermint anime neuerdings die Anime-Serie „Kuma Kuma Kuma Bear“ in Deutschland. Wie bärenstark die Anime-Adaption der gleichnamigen Light Novel-Reihe von Kumanano wirklich ist, erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

©Kumanano/SHUFU TO SEIKATSU SHA/Kuma Kuma Kuma Bear Project

Ich bin ein Bär?!

Die 15-jährige Yuna ist der klassische Inbegriff des Wortes Nerd. Wenn sie nicht gerade mittels wenigen Computerklicks viele Millionen Yen mit dem Kauf und Verkauf von Aktien verdient, ist sie in der Schule oder taucht in die Welt ihres Lieblings-Videospiels „World Fantasy Online“ ein. Dank der fortgeschrittenen VR-Technik fühlt es sich fast so an, als ob die Welt des VRMMORPGs die Realität ist. In nur einem Jahr hat die spielsüchtige Yuna das Maximallevel des Videospiels erreichen können. Auch die Administratoren honorieren die von Yuna erbrachte Leistungen und die hohe Gesamtspielzeit, indem sie eine von vielen geheimnisvollen Truhen aussuchen darf. In Yunas Wahl befand sich das sogenannte „Bären-Ausrüstungsset“, das im ersten Moment nicht für Jubelrufe sorgt. Dafür können die Sonderfähigkeiten des Rüstungs aber überzeugen und es wird zurecht als „Cheater-Ausrüstung“ tituliert. Nachdem das Bären-Set sicher verstaut wurde, nimmt Yuna noch an einer kurzen Umfrage teil. Dort wird unter anderem gefragt, ob die virtuelle Welt spaßiger ist als die Echte. Nach wenigen Augenblicken ist die kleine Fragerunde auch beendet und mit den Worten „Willkommen in der neuen Welt“ erwacht Yuna in ihrem Lieblings-Videospiel wieder und trägt dabei das niedliche Bärenkostüm.

Es ist schon schlimm genug, dass die junge Abenteurerin die Rüstung nicht wechseln kann, aber dass ihr Maximallevel zurückgesetzt wurde auf Level 1 setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein Jahr „Gegrinde“ für nichts und wieder nichts. Eine Option zum Ausloggen gibt es auf der Benutzeroberfläche auch nicht, sodass Yuna nicht mal einen Bug-Report senden kann. Kurz darauf bekommt Yuna eine Nachricht vom Absender namens „Gott“, der ihr mitteilt, dass sie ab heute ihr Leben in einer anderen Welt verbringen wird. Die Ausrüstung im Bärenoptik war ein Willkommensgeschenk.

Willkommen in der Welt des Videospiels

Bevor Yuna realisiert, was da gerade mit ihrem Leben passiert, gibt sich ein Wolf aus den Büschen zu erkennen, der mordlüstern Richtung Yuna schreitet. Was soll jemand auf Level 1 schon gegen eine riesige Bestie anstellen? In letzter Verzweiflung schnappt sich Yuna einen herumliegenden Zweig und setzt zum Gegenangriff an. Nachdem die Angriffe des Wolfes gekonnt ausgewichen wurden, kann Yuna das Monstrum mit einem gekonnten Schlag KO hauen. Völlig überrascht von der eigenen Stärke, bleibt ihr aber nicht viel Zeit zur Freude, denn aus weiter Entfernung hört sie verzweifelte Hilferufe. Mit großen Schritten nähert sie sich den Rufen, um die junge Fina vorzufinden, die gleich von drei Wölfen belagert wird. Auch die Gegner werden schnurstracks erledigt und endlich herrscht vorerst Frieden ein. Fina ist alleine in den Wald gegangen, um Heilkräuter für ihre kränkliche Mutter zu suchen. Als Dankeschön für die Rettung, wird Fina die Heldin im Bärenkostüm in die Stadt führen, doch zuvor werden die besiegten Wölfe für verschiedenes Material ausgenommen. Wie es das Zufall so möchte, kennt sich Fina in dieser Thematik aus und hilft Yuna liebend gerne.

In der Stadt angekommen, verkaufen die beiden die ausgenommenen Materialien vom Wolf, erkunden die Stadt und lassen den Abend bei einem leckeren Essen ausklingen. Am nächsten Morgen spaziert Yuna etwas außerhalb der Stadt, um in Ruhe ihre Fähigkeiten auszutesten. Von Feuer, Wind bis hin zur Überschallgeschwindigkeit – Die Heldin im Bärenkostüm scheint schier unbesiegbar zu sein.

©Kumanano/SHUFU TO SEIKATSU SHA/Kuma Kuma Kuma Bear Project
Wie wird man eine Abenteurerin?

Nachdem sich ordentlich ausgetobt wurde, geht es für Yuna zurück in die Stadt, wo sie erneut auf Fina trifft. Sie klärt Yuna über die Möglichkeiten des Abenteurer Daseins auf, die in der fremden Welt viele Vorteile genießen. So müssen Abenteurer zum Beispiel keinen Eintritt in die Stadt zahlen, was Yuna machen musste. Um sich den Titel des Abenteurers geben zu dürfen, muss man einer Gilde beitreten. Das stellt sich anfangs jedoch schwieriger an, als angenommen, denn Yuna wird mit dem niedlichen Bärenkostüm einfach nicht ernst genommen. Nachdem sie eindrucksvoll ihre Kräfte unter Beweis stellen konnte, ist Yuna ein Platz in der Gilde sicher.

Kaum angekommen, absolviert die neue Mitstreiterin der Gilde einige Quests, um mit der Zeit wertvollere Aufgaben zu erhalten. Wölfe hier, Goblins da – Yuna absolviert alles in Handumdrehen. Als nächstes steht die Quest mit den gefürchteten Tiger Wolfs an, die für Yuna aber auch keine Gefahr darstellen. Doch während der Mission nimmt die Heldin erneut Hilferufe wahr und wie es das Schicksal so wollte, ist es erneut Fina, die von Wölfen umzingelt wird. Auch hier kann Yuna fix aushelfen und beide gehen eine Partnerschaft ein. Yuna erledigt die Mobs, während Fina die Monster ausnimmt. Ein Win/Win-Situation für alle Beteiligten. Welche Abenteuer werden unsere Heldinnen noch erleben? Das alles und noch vieles mehr erwarten euch mit dem ersten Volume von „Kuma Kuma Kuma Bear“.

Die Geschichte in „Kuma Kuma Kuma Bear“ könnte zu diesem Zeitpunkt generischer nicht sein. Wir haben eine überpowerte Protagonisten, eine Isekai-Situation und verdammt süße Charaktere – Die Beschreibung trifft auf unheimlich viele Anime-Serien mittlerweile zu, sodass „Kuma Kuma Kuma Bear“ nur ein weiteres Isekai-Abenteuer darstellt. Bisher hatte man das Gefühl, dass die hausgemachten Probleme nur existieren, damit Yuna ihre bärenstarken Fähigkeiten demonstrieren kann.

Klar, der Anime ist wirklich fluffig, wie es der Publisher versprochen hatte, aber das war es dann auch schon. Nicht falsch verstehen – Es ist ein sogenannter Feel-Good-Titel. Man schaltet ein und kann die Sorgen der Welt für einen Moment vergessen. Die Charaktere profitieren vom sogenannten Moe-Faktor und am Ende des Tages gewinnen immer die Guten. Wer so einen Titel sucht, der macht mit der Anime-Serie definitiv nichts falsch – aber eine wirkliche Geschichte darf man hier wahrlich nicht erwarten.

Bild und Animation

Vorweg kommen wir zu den technischen Daten, die sich wie folgt lesen – die Blu-ray-Disc kommt im typischen Bildformat 16:9 und mit einer Full-HD-Auflösung von 1080p daher. Die Farben in der Anime-Serie passen sich der vorhandenen Isekai-Situation an und man kann anhand des Bildes erkennen, dass man sich nicht in der normalen Welt befindet. Die Farben sind vielfältig, doch nie wirklich zu kräftig, sodass ein gewisser Grad des Süßheit-Faktors noch beibehalten wird. Im Grunde gibt es am Bild nichts sonderlich groß zu bemängeln.

„Kuma Kuma Kuma Bear“ ist im noch recht jungen Animationsstudio EMT Squared entstanden, was man auch zu spüren bekommt. Es heißt nicht, dass ein neu gründetes Studio keine überdurchschnittliche Arbeit leisten kann, aber zumindest die getestete Serie wirkt relativ einfach gehalten. Gerade im Vergleich mit anderen Isekai-Serien, kann „Kuma Kuma Kuma Bear“ keine Sonderpunkte für sich beanspruchen. Die Liebe zum Detail vermisst man an vielen Stellen/Hintergründen und auch sonst wirkt es alles relativ einfach gehalten. Zumindest die kurzen Kampfsequenzen sehen ordentlich aus und darauf lässt sich in der Zukunft definitiv aufbauen.

©Kumanano/SHUFU TO SEIKATSU SHA/Kuma Kuma Kuma Bear Project
Ton und Synchronisation

Auch hier fangen wir mit den technischen Details an – die Serie kann eine deutsche und japanische Sprachausgabe vorweisen, wobei letzteres mit deutschen Untertiteln abgerundet wird. Als Tonspur hat man das standardmäßige Format DTS HD Master Audio 2.0 ausgesucht, was soweit auch absolut in Ordnung geht. Zwar gibt es vereinzelt Kampfszenen, wo ein Surroundsound besser zur Geltung gekommen wäre, aber da der Hauptfokus im Bewältigen von Problemen liegt, kann man hier kein Manko festmachen.

Die deutsche Vertonung des Anime entstand in der Synchronfirma Violetmedia in München. Die Dialogregie führte hierbei Christian Hanisch und die Dialogbücher selbst stammen aus den Federn von Julia Bautz und Robert Weber.

Mayke Dähn (u.a. Mion & Shion Sonozaki in Higurashi: When They Cry GOU) hat sich die Rolle der Protagonisten Yuna ergattern können und man muss an der Stelle zugeben, dass die Stimme anfangs gewöhnungsbedürftig war. Wenn man sich die Figur Yuna anguckt, in ihrem Bärenkostüm, dann erwartet man eine hohe und vor allem süße Stimme, was bei der deutschen Synchronisation nicht der Fall war. Mayke Dähns Version von Yuna klingt etwas erwachsener und ernstzunehmender. Trotz der anfänglichen Überraschung, hat man sich über die sechs Folgen an die Stimme gewöhnt und abgesehen davon leistet Mayke Dähn eine wunderbare Arbeit. Genau wie ihre Kolleg:innen, die über die Bank weg wunderbar gecastet wurden. Kein Charakter bzw. die Vertonung dessen fiel negativ auf über die sechs Episoden.

©Kumanano/SHUFU TO SEIKATSU SHA/Kuma Kuma Kuma Bear Project
Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits von uns kennt – die physische Umesetzung des Produkts hat keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Es dient lediglich dazu, den Käufern ein Bild von dem zu vermitteln, was man erwarten kann. Die folgenden Bilder und Beschreibung beziehen sich hier auf die Blu-ray-Fassung von „Kuma Kuma Kuma Bear“.

Der Anime kommt in einem Digipack daher, das zusätzlich in einem eigenen Schuber steckt, wo Yuna und Fina abgebildet sind. Leider ist der Digipack selbst nicht sonderlich stabil, sodass Vorsicht geboten sein sollte. Auf ein abgedrucktes FSK-Logo hat man auf dem Digipack verzichtet. Dieses ist nur auf der Disc selbst vorhanden.

Auf physische Extras wurde komplett verzichtet. Als digitale Extras findet man auf der Disc sechs Mini-Episoden und das Clean Opening und Ending.

Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 17. Februar 2022

Publisher: peppermint anime

Genre: Adventure, Comedy, Fantasy

Laufzeit: ca. 150 Min

FSK: 12

Ton/Sprache: DTS-HD Master, Audio 2.0

Untertitel: Deutsch

Anime im Handel entdecken:

  • Kuma Kuma Kuma Bear – Vol. 1 [Amazon] (Blu-Ray) / [AKIBA PASS Shop] (Blu-ray)
  • Kuma Kuma Kuma Bear – Vol. 2 [Amazon] (Blu-Ray) / [AKIBA PASS Shop] (Blu-ray)
Handlung:

Stubenhockerin Yuna spielt den lieben langen Tag ihr Lieblings-VRMMO. Eines Tages bekommt sie ingame ein Geschenk der Administration: ein ziemlich süßes, aber auch völlig übermächtiges Bären-Ausrüstungsset, das ihr erst einmal viel zu peinlich ist. Nichts weiter ahnend loggt sie sich nach einer kurzen Umfrage ins Spiel ein… und ist nach einem Jahr zocken plötzlich wieder Level 1!? Allem Anschein nach wurde sie auch noch einfach in eine völlig andere Welt versetzt! Doch was wird Yuna jetzt mit ihrer übermächtigen Kraft anstellen? Natürlich das, was sie zuvor auch schon getan hat: möglichst frei und ungezwungen leben! Und so beginnen die bärigen Abenteuer und der bärige Alltag eines unbesiegbaren Bärenmädchens!


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

Affiliate-Links

*Bei den Kauf-Angeboten in diesem Beitrag handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr ein Produkt über einen solchen Link erwerbt, habt ihr dadurch keinerlei Nachteile. Wir erhalten vom Anbieter jedoch eine kleine Provision, wodurch ihr AnimeNachrichten unterstützt.

Überblick der Rezensionen
Handlung
6
Charakterentwicklung
4
Animation
7.5
Synchronisation
8.5
Unterhaltung
6.5
Avatar-Foto
Hallo, ich bin der Shiny und Schreiberling seit 10/21 bei AnimeNachrichten.de. Ich bin seit eh und je schon Anime-Fan. Mit Dragon Ball, Pokemon und Sailor Moon aufgewachsen und die Leidenschaft hält auch 20 Jahre später noch. Weeb durch und durch! Allons-y!
review-kuma-kuma-kuma-bear-vol-1-blu-ray„Kuma Kuma Kuma Bear“ soll der fluffigste Isekai aller Zeiten sein und da können wir nicht widersprechen. Leider hat es das den Nachteil, dass die Geschichte keinerlei Tiefe bietet. Auch die Charaktere wirken eindimensional und lediglich mit Zuckerguss aufgetragen, damit der Moe-Faktor über allem steht. Zudem ist die Animation nur Standardkost – überzeugen kann hingegen die deutsche Synchronisation. Unterm Strich kann man festhalten, dass es sich hierbei „nur“ um einen Feel-Good-Anime handelt. Für mehr hat es da leider nicht gereicht – Ob das einen Kauf rechtfertigt? Zumindest lenkt der Titel erfolgreich von den aktuellen Ereignissen der Welt ab.
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments