ASADORA! ©2018 by Naoki Urasawa/SHOGAKUKAN
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Naoki Urasawa meldet sich mit einem neuen Werk zurück! Nachdem der Verlag Carlsen zuletzt „Monster“ in der sogenannten Perfect Edition neu veröffentlicht hat, gibt es seit dem 01. Februar 2022 die Abenteuer der kleinen Asa zu bestaunen. Carlsen hat uns freundlicherweise den ersten Band zu „Asadora!“ zukommen lassen und wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Die Handlung

Der Beginn des Mangas bietet keine guten Aussichten auf die zu erwartende Zukunft. Es ist das Jahr 2020 und die Metropole Tokio droht in lodernden Flammen zu versinken. Menschenmassen geraten in Panik und laufen um ihr Leben, als sich eine teuflische Silhouette, in den Rauchwolken der Flammen, zu erkennen gibt. Wenn das so weiter geht, werden die Flammen und das Monstrum das neue Olympia-Stadion erreichen, die extra für die Olympischen Spiele in Japan erbaut wurde. (Anm. d. Red: Zur Veröffentlichung des Mangas waren die Olympischen Spiele noch für das Jahr 2020 in Japan vorgesehen. Erst sehr viel später wurden die Festlichkeiten infolge der Pandemie verschoben).

Bevor die Ereignisse weiter thematisiert werden, wird das Abenteuer um ca. 60 Jahre in die Vergangenheit verlagert. Wir sehen ein junges Mädchen am Hafen von Nagoya rumrennen, die es eilig zu haben scheint. Eine ältere Dame ruft ihr hinter, dass sie schleunigst nach Hause soll, da ein Taifun jeden Moment eintreffen könnte. Davon lässt sich das junge Mädchen Asa jedoch nicht beirren, denn ihre Mutter liegt erneut in den Wehen und erwartet schon sehr bald ein Schwester- oder Brüderchen. In der Geburtsklinik angekommen, unterrichtet sie den Doktor was vorgefallen ist und widerwillig, da ein Taifun droht über den Hafen zu fegen, steigt dieser auf sein Fahrrad und radelt los. Asa hat darauf bestanden selbst nach Hause zu laufen, er solle sich nur beeilen. Erneut ist es vorgekommen, dass Asa mit einem falschen Namen angesprochen wurde. Es ist zwar wahr, dass Asa eine Menge Geschwister hat, doch das ist noch lange keinen Grund sie nicht als Person wahrzunehmen. Jeder von ihnen hat schöne Namen, wie beispielsweise Yukio oder Mutsuki, nur Asa heißt Asa, weil sie am Morgen geboren wurde (Asa = Morgen).

Im peitschenden Regen läuft die junge Frau nun nach Hause, bis sie von einem vorbeifahrenden Auto von Kopf bis Fuß Nass gespritzt wird. Das Auto hält an und gibt Asa die Schuld, doch sie hat nur Ohren für das im Radio laufende Lied. „Because I Love You“ schallt aus den Boxen des Autos. Sie hat das Lied einmal während des Putzens gehört und kriegt es seitdem nicht mehr aus dem Kopf, doch leider kennt sie weder den Künstler, noch den Songnamen. Bevor Asa den Namen im Radio hören kann, fährt der Raufbold von Dannen und lässt die durchnässte junge Dame alleine im Regen zurück.

Hört sie da jemanden weinen? Asa scheint eine Stimme wahrgenommen zu haben, doch sicher ist sie sich nicht. Sie hat dafür aber auch keine Zeit und muss schleunigst nach Hause. Auf dem Weg trifft sie den jungen Marathonläufer Sho, der trotz Taifuns nicht aufhören möchte zu rennen. In fünf Jahren finden immerhin die Olympischen Spiele in Tokio statt und er möchte definitiv mit dabei sein! Seine Brüder und sein Vater waren selbst Marathonläufer, bis diese jedoch in den Krieg einberufen wurden und nie an den Spielen teilnehmen konnten. Nun liegt es an Sho, die Ehre der Familie zu retten.

Er merkt jedoch erneut, dass Asa wieder mal ein Stück schneller ist als er. Schon beim letzten Langstreckenlauf war die kleine Asa vor Sho. Er habe nur gewonnen, weil sie mitten im Rennen nach Hause gegangen ist, um dort auszuhelfen. Völlig in seinem Element fokussiert, rennt Sho immer schneller und bemerkt gar nicht, dass Asa gar nicht mehr neben ihm herläuft. Sie wirkt wie vom Erdboden verschluckt. Wo könnte sie nur sein?

Die nächsten Bilder zeigen ein verwahrlostes Fabrikgebäude, in der Asa gefesselt vorzufinden ist. Der vermeintliche Entführer tritt ins Licht und scheint etwas in der Hand zu haben Es sind… Reisbällchen? Wenn sie das Essen haben möchte, muss sie im Gegenzug die Telefonnummer ihrer Familie rausrücken. Asa scheint verwirrt, weil sie so etwas kostspieliges wie einen eigenen Telefonanschluss nicht haben. Sie kann vorerst nur mit dem Kopf schütteln, was den Entführer erzürnt zurücklässt. Immerhin trägt sie einen Regenmantel mit der Aufschrift der Geburtsklinik.

Als Asa endlich die Binde um ihren Mund abgenommen bekommt, kann sie Klarheit schaffen. Sie ist nicht die Tochter des Doktors und sie hat die Jacke nur bekommen, weil es draußen stark regnet. Sie ist nur ein normales Mädchen namens Asa Asada und ihre Familie hat absolut kein Geld! Da, schon wieder! Erneut ein Weinen. Nun wird auch klar, wer hier weint – Es ist der Entführer.

Während des Gespräches mit dem Läufer Sho hat Asa nämlich beobachten können, wie der Entführer ein Haus ausrauben wollte. Mutig wie sie ist, ist sie dem Mann sofort hinterhergerannt, wurde letztendlich überrumpelt und in die alte Fabrik verschleppt.

Während die beiden sich nun unterhalten, gibt sich der Mann als Haruo Kasuga zu erkennen, der in seinem Leben immer auf dem richtigen Weg war. Aufgrund von besonderen Umständen hat er erstmals andere Menschen ausrauben wollen und wurde dabei von Asa erwischt. Er wusste nicht, was er machen sollte und hat nur den Ausweg der Entführung gesehen. Haruo war einst ein Pilot im zweiten Weltkrieg und würde gerne wieder in die Lüfte fliegen. Leider hat er dafür keine Lizenz und auch kein Geld um sich eins zu verschaffen. Draußen wütet weiterhin ein Taifun, was zur Folge hat, dass das Dach der Fabrik mitten im Gespräch droht einzustürzen. Asa und Haruo können sich in einem Schiffscontainer Schutz suchen und verweilen dort eine ganze Weile im Kerzenschein. Nachdem die beiden von draußen keine Geräusche mehr wahrnehmen können, öffnen sie gewaltsam die Tür des Containers und trauen ihren Augen nicht – Der Hafen Nagoya scheint vom Taifun verschluckt worden zu sein und steht komplett unter Wasser!

An dieser Stelle können wir euch wirklich nur empfehlen, den ersten Band von „Asadora!“ zu beschaffen und zu lesen. Die Geschichte des ersten Bandes ist noch lange nicht fertig erzählt und das was dort noch vorzufinden ist, wollt ihr nicht verpassen.

Der Zeichenstil

Naoki Urasawa ist bekannt für seine detaillierte und realitätsnahe Zeichnung, das sich auch in „Asadora!“ widerspiegelt. Es kommt nicht von ungefähr, dass man nach den ersten Seiten direkt in den Bann des Mangas eingezogen wird. Die einzelnen Figuren bringen allesamt ein Wiedererkennungsmerkmal mit sich, ohne jedoch groß zu glänzen. Die wahre Stärke des Mangas liegt in den detailreichen Hintergründen und Effekten, die einen mitleiden lassen. Sei es der pfeifende Wind über den Dächern, oder die lodernden Flammen zu Beginn des Abenteuers. Der Stil von Urasawa ist klar zu erkennen und passt sich den Geschehnissen des Mangas wunderbar an. Die Erzählstruktur der einzelnen Panels trägt einiges zum Gesamtbild bei und es trägt den Namen „Manga Novela“ nicht umsonst. In Schlüsselsequenzen wird öfter die Perspektive des Geschehens gewechselt, sodass man das Gefühl hat, es zu gucken und nicht nur zu lesen. Ein Beispiel dafür ist das erste Erblicken des überschwemmten Nagoyas. Im ersten Bild sieht man die Auswirkungen des Taifuns, im zweiten Bild das erschrockene Gesicht von Asa und dann wieder der zerstörte Hafen, aus einer etwas entfernteren Perspektive. Die Liebe zum Detail steckt in jedem Panel und gleicht einer TV-Serie.

Über den Autor

Nach seinem Wirtschaftswissenschaften-Studium bewarb sich Naoki Urasawa 1982 initiativ beim Shogakukan-Verlag als Manga-Zeichner und gewann nach kürzester Zeit bereits den Nachwuchspreis für die Kurzgeschichte Return. Der internationale Durchbruch erfolgte jedoch erst knapp 12 Jahre später mit dem Krimi-Thriller „Monster“, dessen Handlung u.a. in Deutschland abspielt. Fortan folgten weitere Werke, die mittlerweile gar nicht mehr aus Manga-Sammlungen wegzudenken sind, wie „20th Century Boys“, „Pluto“ oder „Billy Bat“. Sowohl bei der Leserschaft, als auch bei den Kritikern, waren die Werke von Urasawa so beliebt, dass er mehrfach mit dem „Shogukukan-Manga-Preis“ ausgezeichnet wurde. Mit „Asadora!“ wird aktuell der nächste potenzielle Klassiker publiziert.

DIE HARTEN FAKTEN

Deutscher Titel: Asadora
Originaltitel: Renzoku Manga Shōsetsu Asadora!
Deutscher Verlag: Carlsen Manga
Manga-ka: Naoki Urasawa
Genre: Science-FIction/Mystery
Band: 01
Erscheinungstermin: 01. Februar 2022
Kapitelanzahl: 8
Seiten: 208
Extras: Farbseiten

Im Handel bestellen:

Handlung:

Die Bucht von Ise am 26. September 1959… Die quirlige Asa gerät am Tag des verheerenden Taifuns über Nagayo in den Wirbelsturm ihres Lebens. Mutig und selbstlos stellt sie sich der Katastrophe, hilft den Opfern und entdeckt dabei Spuren einer noch weitaus bedrohlicheren Gefahr. Und das ist nur der Auftakt der aufregenden Lebensgeschichte einer weiblichen Heldin von der Nachkriegszeit bis ins Tokyo des Jahres 2020.


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Überblick der Rezensionen
Gesamtwertung
9
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Hallo, ich bin der Shiny und Schreiberling seit 10/21 bei AnimeNachrichten.de. Ich bin seit eh und je schon Anime-Fan. Mit Dragon Ball, Pokemon und Sailor Moon aufgewachsen und die Leidenschaft hält auch 20 Jahre später noch. Weeb durch und durch! Allons-y!
manga-review-asadora-band-01Urasawa schafft es erneut. Wie auch schon in vielen seiner anderen Werke ist man nach dem ersten Band fix und fertig und möchte am liebsten sofort die anderen Bände lesen. Auch „Asadora!“ überzeugt mit einer interessanten Handlung und einer sehr sympathischen Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Der Band gibt bereits einen Einblick, was im Jahr 2020 passieren wird und das lässt uns neugierig aufhorchen. Wir sind gespannt, was die kleine Asa Asada noch alles erleben wird und können den Manga wirklich jedem herzlichst empfehlen.
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